Malawis Gesundheitsindikatoren gehören zu den schlechtesten der Welt, laut WHO belegt das malawische Gesundheitssystem Platz 185 von 190.
Hier setzt der Verein actMED e.V. mit seinen Gründern und Initiatoren Dr. Eva Vaylann und Dr.med. Jens Vaylann an – Förderung von Menschen in Afrika durch medizinische Versorgung in unterversorgten Regionen, chirurgische und labordiagnostische Ausbildung sowie gemeindebasierte Entwicklungsprojekte.
Dabei liegt der Schwerpunkt im Aufbau lokaler Kapazitäten, um die Abhängigkeit von westlicher Hilfe zu verringern und lokale Eigenverantwortung zu stärken.
Ehepaar Vaylann: „Wir wollen unseren christlichen Glauben wirklich ernst nehmen, nicht das Herrschen, sondern das Dienen soll unser Kennzeichen sein. Und so wollen wir auch bei dem Aufbau unserer Organisation bewusst die Spielräume anderer erweitern, statt unsere zu vergrößern“.
Bis Ende 2025 lebte und arbeitete Ehepaar Vaylann viele Jahre in Afrika, vor allem für das Nkhoma-Krankenhaus, das zentral in der Nähe der Hauptstadt Lilongwe liegt. Das Nkhoma Hospital ist Mitglied in einem nationalen Netzwerk von Krankenhäusern und medizinischen Ausbildungsstätten. Gemeinsam stellen diese Krankenhäuser mehr als 40% der medizinischen Einrichtungen und mehr als 80% der medizinischen Ausbildungsstätten von Malawi dar.
Um eine zukunftsfähige, flächendeckende und nachhaltige Gesundheitsversorgung in Malawi zu gewährleisten, sind dringend Ausbildungserweiterungen und die Verbesserung der diagnostischen Kapazitäten erforderlich. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass qualitativ gute medizinische Versorgung allen Menschen zugänglich gemacht wird.
Nachdem Ehepaar Vaylann Ende 2025 mit ihren beiden Kindern nach Deutschland/Bonn zurückgekehrt sind, engagieren sie sich weiterhin strategisch und logistisch für ihr Projekt. Die operative Arbeit in Malawi liegt nun im Sinne von Nachhaltigkeit und Eigenverantwortung in den Händen der lokalen Kräfte.
Zur aktuellen Arbeit erläutert Frau Dr. Eva Vaylann
„Ein Schwerpunkt ist die Arbeit unserer LabAnalytics Academy, unserer Bildungseinrichtung im Bereich der Labormedizin. Sie unterstützt malawische Labore dabei, die derzeit noch hohen Fehlerraten bei diagnostischen Laborergebnissen nachhaltig zu reduzieren und international akzeptierte Qualitätsstandards zu erreichen. Dies geschieht insbesondere durch die Aus- und Weiterbildung des Laborpersonals sowie durch die Bereitstellung der dafür notwendigen Software und technischen Infrastruktur. Eine zuverlässige Labordiagnostik ist eine wesentliche Voraussetzung für eine sichere und qualitativ hochwertige Patientenversorgung.
Der zweite Schwerpunkt ist unsere chirurgische Facharztausbildung in Malawi. Mit unserem Ausbildungsprogramm bilden wir malawische Ärztinnen und Ärzte auf internationalem Niveau zu Chirurginnen und Chirurgen aus und begegnen damit dem nach wie vor massiven Mangel an chirurgischen Fachkräften im Land.
Dieses Programm steht derzeit an einem wichtigen Entwicklungspunkt. Seit mehreren Jahren arbeiten wir an der Realisierung eines neuen chirurgischen Zentrums auf dem Krankenhausgelände. Geplant sind moderne Operationssäle, eine Intensivstation und chirurgische Bettenstationen sowie Lehr- und Unterrichtsräume und die für das Ausbildungsprogramm erforderlichen Verwaltungsbereiche.
Erfreulicherweise haben wir für den Neubau bereits rund die Hälfte der benötigten Finanzierung sichern können. Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht. Für die Fertigstellung des chirurgischen Zentrums fehlt uns noch die zweite Hälfte der Finanzierung – eine Situation, die uns durchaus ermutigt, weil ein erheblicher Teil des Weges bereits geschafft ist und das Ziel damit konkret erreichbar geworden ist.
Unser Ausbildungsprogramm nimmt bereits heute eine führende Rolle in der chirurgischen Facharztausbildung in Malawi ein. Die bestehenden räumlichen und infrastrukturellen Möglichkeiten stoßen jedoch zunehmend an ihre Grenzen. Das neue chirurgische Zentrum würde uns ermöglichen, sowohl die Qualität der Patientenversorgung als auch die Ausbildung der nächsten Generation malawischer Chirurginnen und Chirurgen entscheidend weiterzuentwickeln. Für beide Bereiche wäre zusätzliche finanzielle Unterstützung daher außerordentlich wertvoll.“
Zu den Vereinsgründern
Dr. Eva Vaylann (Vorstand) ist Biochemikerin, Programmdirektorin und Gründerin der LabAnalytics Academy, die sich auf die Umsetzung internationaler Standards für Diagnostik-Labore in Malawi konzentriert.
Dr.med. Jens Vaylann (Vorstand) ist ein in Köln ausgebildeter Facharzt für Allgemeinchirurgie. Während der letzten Jahre hat er als Chefarzt am Nkhoma Hospital in Malawi Ärzte zu Chirurgen ausgebildet und das Krankenhaus in ein Lehrkrankenhaus entwickelt.
Nachdem die Entscheidung gefallen war, wegen der Ausbildung der Kinder wieder für eine gewisse Zeit nach Deutschland zurückzukehren, schrieben sie in ihrem Newsletter (Sept. 2025):
„Unsere Arbeit geht weiter… Wir sind selbst sprachlos, was in den letzten neun Jahren alles möglich geworden ist. Aus tiefstem Herzen danken wir euch!
Auch wenn wir die operative Leitung vor Ort an unser ausgebildetes Fachpersonal übergeben haben, bleiben wir in der strategischen Leitung der Projekte. Wir planen, koordinieren und finanzieren weiterhin alle Maßnahmen, damit die langfristige Vision von actMED weiterhin umgesetzt wird.
Eure Spenden und euer Vertrauen haben bis jetzt so viel bewirkt: Menschen erhalten Ausbildung, Gesundheit und neue Perspektiven. Gemeinsam sorgen wir auch weiter dafür, dass dieser Wandel nachhaltig bleibt und noch viele weitere Menschen davon profitieren. Eure Unterstützung macht Veränderung möglich – das ist Menschlichkeit, die Mut gibt!“
Homepage: www.actMED.org
Spendenkonto: actMED e.V.
Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE06 3506 0190 1011 1080 12
Fotos: actMED e.V.



















































































