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Von Schildgen ins Weiße Haus – Jascha Lülsdorf / Jacques Lowe – Kennedy-Fotograf und -Freund

Raja mit ihrem Sohn Jascha

„Capturing Kennedy – The untold story of JFK’s personal photographer Jacques Lowe“.
Zwei interessante Film-Abende mit Gespräch zu Leben und Werk des Kennedy-Fotografen und Freundes Jacques Lowe, der als jüdischer Junge Jascha Lülsdorf aus Köln Ehrenfeld mit seiner Mutter Raja den letzten Kriegswinter über von der mutigen Wirtin Christine Quirl in der Schildgener Gaststätte „Zur Post“ (heute Irish Pub Zur Post) vor den Nazis versteckt wurde.

ca. 1961 im Weißen Haus/Oval Office – stehend Jaques Lowe

Solch eine Resonanz hatten wir nicht erwartet: bereits eine Woche vor dem Termin war der Filmabend „Capturing Kennedy“ ausgebucht. Kurzerhand wurde noch für den Folgetag ein Zusatztermin gefunden – ein besonderer Dank unserem Gastgeber Jochen König für die Bereitstellung seiner einladenden Räumlichkeiten. So konnten nahezu 100 Besucher diesen Film sehen und Interessantes über seine Entstehung und seinen Bezug zu Schildgen erfahren.

Thomasina Lowe (re) mit Christel Polito und Elisabeth Verbert mit Foto ihrer Väter Jascha Lülsdorf und seinem Freund Fritz Quirl (Sohn der Wirtin Christine Quirl) – Sommer 2025

„Capturing Kennedy“ ist ein aktueller Film des amerikanischen Regisseurs Steele Burrow (2024), der im vergangenen Jahr mehrere Preise auf verschiedenen Filmfestivals gewinnen konnte. Seinen Lokalbezug zu Schildgen erhält er dadurch, dass Jacques Lowe, noch unter seinem Kindernamen Jascha Lülsdorf, als jüdischer Junge in Schildgen zusammen mit seiner Mutter von Christine Quirl im Keller der Gasthaus Zur Post vor der nationalsozialistischen Verfolgung versteckt wurde. Nur so überlebte er diese Zeit, wanderte später nach Amerika aus und konnte dort seine bemerkenswerten Fähigkeiten als Fotograf entwickeln. Wie besonders diese waren, legt der Film sachlich informativ und doch in einer lockeren Erzählweise unterhaltsam dar.


Im Foyer der Filmvorführung ausgehängte Fotos von Jacques Lowe und ausgelegte Bücher über sein künstlerisches Schaffen verstärkten die Wirkung des Films.

Ulli Poggel, der professionell und mit großem Einsatz die Biografie von Jascha Lülsdorf/Jacques Lowe recherchiert hat, führte unterhaltsam und mit vielen Detailinformationen durch die beiden Abende. Bereits vor 5 Jahren hatte er eine Ausstellung mit Kennedy-Fotos von Jacques Lowe im H&Ä-Café kuratiert und kenntnisreich vorgetragen über Leben und Wirken dieses Künstlers mit „Schildgener Wurzeln“. Durch seine Recherchen hatten Jacques Lowes Kinder erst viele Informationen über Kindheit und Jugend ihres Vaters in der Nazizeit in Köln und Schildgen erhalten – Erlebnisse, von denen er nie erzählt hatte. Aufgrund der zwischenzeitlich freundschaftlichen Kontakte zu einigen „Lowe-Kindern“ wollte seine Tochter Thomasina Lowe eigentlich zu diesem Abend aus London anreisen. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie aber leider kurzfristig absagen, schickte jedoch eine emotionale Video-Grußbotschaft, die zum Abschluss des Abends gezeigt wurde. 

Gekommen waren hingegen Jaschas in Köln lebender Halbbruder Wolfgang Lülsdorf, seine Frau Christa sowie Schwiegersohn und Enkelin. Auch Christel Polito und Fritz Quirl mit Frau – Enkelin und Enkel von Christine Quirl – die die Recherchen mit „Familiengeschichten“ und vielen historische Fotos unterstützt hatten, zählten zu den interessierten Gästen des Filmabends.

Welche Bedeutung dieser Verbindung von „großer Weltgeschichte“ zur lokalen Geschichte hier in Schildgen zugemessen wird, lässt sich auch daran erkennen, dass sowohl der stellvertretende Bürgermeister Corvon Kochan sowie der stellvertretende Landrat Klaus-Dieter Becker mit Grußworten gekommen waren.
Das Publikum belohnte die Akteure, den Film und die vielen interessanten Geschichten mit kräftigem Applaus.
Fotos: Christoph Konkulewski, Wolfgang Lülsdorf, Christel Polito, The Estate of Jacques Lowe, Himmel un Ääd.

Weitergehende Informationen hier  

 

 

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