Es war ein bewegendes Benefiz-Lesekonzert in St. Pankratius in Odenthal mit Aeham Ahmad, dem Pianisten aus den Trümmern von Damaskus und Ulrike Kurbjeweit-Merizian, Theologin und Lehrerin, die viele Jahre mit ihrer Familie in Ost-Jerusalem gelebt hat.
Aeham entführte musikalisch mit arabischen Klängen – immer wieder eingewebt bekannte Melodien – in eine für uns unbekannte Welt, in seine Heimat Yarmouk bei Damaskus.
Dazu bewegende Passagen, oft erschütternde Passagen aus „Der Docht“, dem neuen Buch von Aeham, einfühlsam gelesen von Ulrike Kurbjeweit-Merizian.
Nachdem Aeham vom Himmel un Ääd-Quartalsprojekt „HPFL – Hilfe für palästinensische Flüchtlingskinder im Libanon“ erfuhr, schlug er spontan vor, ein Benefizkonzert zugunsten dieser Kinder zu veranstalten. „Vor seinem Auftritt beim Beethovenfest in Bonn am 25.09. konnten wir den Termin in Odenthal einrichten“, freut sich Achim Rieks vom H&Ä-Team.
Obwohl das Konzert unter der Woche stattfand, war es gut besucht. Die Zuhörer erlebten ein wirklich besonderes Lesekonzert.
Sehr gefreut haben wir uns im gemeinsamen Vorbereitungsteam von HPFL und H&Ä über Aehams Rückmeldung am Folgetag: „Was für ein wunderbarer Abend, voller Musik und großer Gefühle. ❤️ Ich habe das Klavier an diesem Abend ganz anders gespielt – die Musik hat sich auf besondere Weise mit der Lesung aus meinem Buch „Der Docht“ verbunden. Am nächsten Tag habe ich beim Beethovenfest gespielt. Auch dieser Auftritt war etwas Besonderes, aber musikalisch war es für mich nicht dieselbe Intensität wie bei diesem Abend. Vielen Dank für die liebevolle Organisation, für eure Arbeit und für all die Wärme, mit der ihr diesen Abend möglich gemacht habt. Ich bin sehr dankbar und voller schöner Erinnerungen. ❤️🎹“
Elke Rauh-Reinschmidt, im Namen des HPFL-Vorstandes: „Aeham nutzte gerne den Flügel, der in St. Pankratius steht und entlockte ihm nicht nur arabische, sondern auch klassische Melodien, die er in meisterhafter Weise miteinander verwob. Er beginnt zu spielen und lässt die ZuhörerInnen durch seine Musik an den Lebensgeschichten teilhaben, die im Buch skizziert werden, greift in die Tasten oder zupft an den Saiten des Flügels, um seinem Spiel auch damit einen ganz besonderen Ausdruck zu verleihen.
Immer wieder lädt er zum Mitsingen arabischer Klänge ein und schafft es mit Leichtigkeit, die Anwesenden zu gewinnen. Dann wieder versinkt er in seine Improvisationen zu den in gesprochener Sprache vorgetragenen Motiven und Bildern.
Scheinbar spielerisch wechselt er in sein klassisches Repertoire und lässt Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ erklingen, was von zahlreichen KirchenbesucherInnen – erstaunlich textsicher – aufgegriffen wird.
Auch nach der Pause stand die Musik im Vordergrund. Der Pianist greift in die Tasten, umfasst die gesamte Klaviatur und passt den hoffnungsvollen Lesepassagen sein Spiel an. Da entlockt er dem Klavier auch Brahms „Guten Abend Gute Nacht“ und wieder erklingen viele Stimmen im Kirchenraum.
Am Ende tritt der Pianist noch einmal selbst ans Mikrofon und erläutert die Idee seines Buches „Der Docht“. Sein Anliegen war es, palästinensische Frauen zu Wort kommen zu lassen, ihnen eine Stimme zu geben und nicht zuletzt – Hoffnung aus ihren Geschichten erwachsen zu lassen.
Mit viel Applaus wurden die beiden Künstler belohnt. Die Besucherinnen und Besucher spendeten großzügig für das Projekt HPFL, so dass allein an diesem Abend 815€ für die Kinder im Libanon zusammenkamen.
Unser besonderer Dank gilt Aeham Ahmad und Ulrike Kurbjeweit-Merizian für Ihre Darbietung, Achim Rieks für die Herstellung der Kontakte, die Werbung auf sämtlichen Kanälen und die großartige Hilfe bei der Organisation des Konzerts, sowie Pfarrer Thomas Taxacher, der durch die Einladung in die altehrwürdige Kirche St. Pankratius erst den wunderbaren Rahmen für dieses außergewöhnliche Konzert schuf.
Allen Konzertbesucherinnen und -besuchern ganz herzlichen Dank für Ihre Spende.




















































































