Frauen der Werkstatt „Kreatives Schreiben“ geben Einblick in ihr Tun und lesen frühlingsfrische Texte

Ein launischer Aprilabend, an dem sich 7 kreativ-schreibende Frauen im Café einfinden. Für Musik ist mit Klavier und Querflötentönen auch gesorgt.
Geboten wird u.a. Lyrisches zum Lenz, Legenden aus Wörtern und auch Geschichten rund um Alltagsgegenstände. Schreibanlässe bieten sich immer und mit Allem an.
Strichmännchen werden lebendig oder auch zu Engeln.
Wir bedanken uns bei unserer Moderatorin Frau Köchling und dem netten Ehrenamts-Team von H&Ä, welches für einen schönen Rahmen, Gaumengenüsse und Getränke liebenswert sorgte.
(Ann Kristin Bartke)

Leseprobe „Sonntagnachmittag – Kaffeetisch“

Die Familie saß gemütlich am Sonntagnachmittag-Kaffeetisch: Vater, Mutter, Tochter Katrin und Benni, der Kleinste. Er ist wahrlich der Augenstern der Familie. So ein niedliches Jüngelchen und dazu noch so schlau.

Alle waren heute ziemlich angespannt, weil noch Besuch erwartet wurde. Tante Amande aus Wuppertal-Elberfeld hatte sich angesagt. Sie ist etwas altbacken und Benni war bereits jetzt wütend, weil die Tante bestimmt wieder sagen würde: Ach Junge bist du groß geworden, aber ein Dreikäsehoch bist du immer noch. Katrin wollte ihn ein wenig trösten und meinte, dass auch sie es nicht schön fände, wenn Tantchen sie immer einen Backfisch nennen würde.

Der Tisch war schön gedeckt, in der Mitte thronte der Käseigel, den Tante so sehr liebte und neben der Buttercremetorte stand auch noch eine Schale mit Konfekt. Als es klingelte erschien Tante Amande mit einer riesigen lila Hortensie. Der Mutter wurde es schon blümerant, weil sie bereits jetzt nicht wusste, wohin mit dem Monst­rum.  Der Garten war sehr schmal, aber wirklich ein Kleinod und da passte eine solche Pflanze nicht mehr hinein, aber vielleicht auf den Friedhof – vielleicht auf das Grab von Tante Amandes Verblichenem.

Tantchen wurde trotzdem freundlich begrüßt und sagte natürlich: „Na du Dreikäse­hoch bist aber groß geworden! Und was macht die Schule?“. Benni bewarf sie wütend von hinten mit einem Ratzefummel, den er zufällig in der Hosentasche fand. Tantchen zeterte, was das denn solle. Das sei doch hanebüchen! Keine Erziehung hätte der Knabe! Sie griff nach ihrem Nasenfahrrad, das bereits auf der Nasenspitze hing und herunterzufallen drohte. Als sie die Torte sah beruhigte sie sich aber schnell und erzählte ausführlich von ihrem letzten Urlaub, den sie in der Sommerfrische auf einem Bauernhof im Schwarzwald verbracht hatte. Sie sprach der Torte und auch dem Käse sehr zu und meinte, solch ein Nachmittag mit der Familie sei doch ein rechtes Labsal für sie. Ob des Lobes fühlte sich die Mutter gebauchpinselt.

Als Katrin sich später artig verabschiedete, weil sie in die Stadt wollte, fragte Tante sofort wohin der Backfisch denn wollte. Vater und Mutter sahen sich an und verdrehten die Augen. „Sie geht ins Kino!“

„Was in ein Lichtspielhaus? Das ist doch viel zu gefährlich und stockdunkel ist es da auch noch.“ Woher sie das nur wieder wusste? „Kind, denke daran, dass du dir einen frischen Schlüpfer anziehen musst, das macht man, wenn man in die Stadt geht und pass auf, da lungern immer Halbstarke herum.“

Die Mutter schüttete vor Verzweiflung den Kaffee neben die Tasse, obwohl Tante Amande nur Gänsewein trank, sie war nämlich im „Blauen Kreuz“. Hoffentlich hatte die holde Tante noch eine sonstige Verabredung, sonst blieb sie gewiss bis zu den Spätnachrichten. Aber alle sollten auch immer daran denken, dass Tantchen ein dickes Sparbuch hat. Benni kam dann noch in den Genuss dieses Reichtums. Beim Verabschieden gab sie dem „Dreikäsehoch“ doch wirklich noch einen Euro, wobei sie es sich nicht verkneifen konnte zu bemerken: „Und wo bleibt der Diener?“

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