Zum Schildgen-Talk auf dem Sofa bei H&Ä – Christine Koslowski, die (neue) Leiterin der KITA Schneckenhaus der ev. Andreasgemeinde

default

Nun ist Christine Koslowski schon seit gut einem Jahr die Leiterin im Schneckenhaus – heute freuen wir uns, sie auf dem Sofa im Himmel un Ääd im Gespräch mit Margret Grunwald-Nonte begrüßen zu können.

Eine kleine Gästeschar ist gekommen und hört sehr interessiert den ersten Erfahrungen von Christine Koslowski als Leitung des Familienzentrums Schneckenhaus zu, und es gibt einen lebendigen Austausch über persönliche Erfahrungen (aus Kindertagen) mit Kindergärten, Erziehern und Erziehungskonzepten der letzten Jahrzehnte.

Christine K. berichtet, dass sie Heilig Abend in Köln zur Welt gekommen ist und eine glückliche Kinder- und Jugendzeit in Köln Vogelsang verbracht hat. Ihre Eltern seien damals nach der Kriegszeit als Flüchtlinge nach Köln gekommen und hätten es nicht immer leicht gehabt. Die Familie sei ihr immer sehr wichtig gewesen. An zwei Dinge kann sie sich besonders gut erinnern: in der Familie ist es immer humorvoll zugegangen, ihre Eltern hätten aber auch Gehorsam von den Kindern erwartet. Eben so, wie damals in den 60/70er Jahren in vielen Familien erzogen wurde, Widerworte waren unerwünscht.

Schon kurz nach dem Abitur wurde sie schwanger und ihre Tochter Katja kam zur Welt. Den ersten Berufswunsch „Ärztin zu werden“ konnte sie leider nicht verwirklichen. Zunächst habe sie das Lehramts-Studium aufgenommen, aber später dann die Ausbildung als Erzieherin und das Studium der Sozialpädagogik abgeschlossen.
Sie hat es geschafft, Kind und Studium zu meistern und konnte schließlich als Erzieherin arbeiten. In dieser Zeit wurden auch ihr Sohn und eine weitere Tochter geboren. Für sie galt es immer, die Balance zwischen Beruf und Familie gut hinzubekommen.
In einem Kölner Kindergarten hat sie als Fachkraft und auch als stellvertretende Leitung gearbeitet bis sie schließlich 2018 die Leitung im ev. Familienzentrum Schneckenhaus übernahm.

Die Arbeit hier macht ihr sehr viel Spaß. Sie hat einen abwechslungsreichen Arbeitstag, muss vieles organisieren, Büroarbeit erledigen, im Austausch mit den Mitarbeiterinnen sein, Außenkontakte pflegen, in Gremien der Gemeinde mitarbeiten und sich um Elternkontakte und -beratung kümmern. Präsent sein, wenn es vor dem neuen Kindergartenjahr um die Verteilung der Betreuungsplätze geht. Oft sei dies schwierig, da es häufig mehr Anmeldungen als Plätze gibt. Die Entscheidungen sind nicht einfach, hier gute und „gerechte“ Lösungen zu finden und Eltern auch absagen zu müssen.  Es gibt viele fachliche Themen, aber auch persönliche Anliegen, Sorgen und Nöte, das erfordert eine hohe soziale und kommunikative Kompetenz. Für das Familienzentrum Schneckenhaus und für sie persönlich ist es ein wichtiges Anliegen, dass Vielfalt das „Normale“ ist. Es geht darum, eine gemeinsame Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung zu praktizieren.

Jedes Kind soll in seiner Individualität wahrgenommen werden. Es sei ein christlicher Wert, Menschen so anzunehmen wie sie sind. Im täglichen Umgang miteinander lernen alle Kinder, sich in ihrer Einzigartigkeit anzunehmen, gemeinsam zu spielen, zu lernen, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu äußern und auch, wenn sie es brauchen, sich zurückzuziehen und auszuruhen.

Christine Koslowski engagiert sich für Demokratieerziehung, Beteiligung und Mitsprache schon im Elementarbereich. Wer weiß – vielleicht wird mal eines ihrer Kindergartenkinder Bundeskanzler*in. Ihre feste Überzeugung ist, dass Kinder die Anlagen in sich tragen, alles zu lernen, „Bildung beginnt mit der Geburt“. Ihr „pädagogisches Vorbild“ sei Astrid Lindgren.

Zu ihrer privaten Situation schildert sie, dass sie das Glück hat, mit ihrer Familie außerhalb vom Kölner Stadtzentrum, in einem alten Siedlungshaus mit großem Gartengrundstück zu leben. Hier kann sie für den familiären Bedarf Gemüse und Obst ernten und ihr Enkelkind hat viel Freiraum zum Austoben.

Die kleine Zuhörerrunde tauscht sich nach dem „Interview“ noch aus über eigene Erfahrungen aus der Kindergartenzeit; wie wurde damals erzogen; auch kam es vor, dass bei „nicht-gehorsam sein oder Quatsch gemacht haben“ bestraft wurde, z.B. durch Strenge und Einsperren. Die einzelnen Erfahrungen waren doch recht unterschiedlich: sowohl negative Erlebnisse, auch Angst bzw. großer Respekt vor strengen Erzieherinnen, aber auch positive Erfahrungen wie ausgiebiges Spielen, Spaß und Freundschaften.
Das Resümee – Erziehung in Familien und Institutionen, Haltungen und Werte haben sich gewandelt. Kinder sind nicht kleine Erwachsene, sondern bedürfen des Schutzes, der Begleitung und Förderung in ihrer Entwicklung und Entfaltung.

Christine Koslowskis Antwort auf die abschließende Frage, was sie an ihrem Arbeitsort Schildgen schätzt, was sie mit ihm verbindet: „Es ist die gute Zusammenarbeit der pädagogischen Institutionen wie Kitas und Schulen, die gelebte Ökumene im Beratungsbüro und bei Himmel und Ääd, aber auch im Alltag.  Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Familien hier gegenseitig unterstützen.“
Den Ort selbst hat sie noch nicht so gut kennengelernt, da sie ja die meiste Zeit des Tages im Schneckenhaus verbringt und ihr privates Lebensumfeld in Köln ist.

Es war wieder einmal ein lebendiger und schöner Abend im H&Ä – wenn auch dieses Mal in kleiner Gästerunde, da an diesem Wochenende das Schildgener Schützen- und Dorffest und heute Abend ein großes Konzert im Schützenzelt stattfand.
Ein herzliches Dankeschön an Christine Koslowski für die Einblicke in ihren Berufsalltag und ihr persönliches Umfeld und an Margret Grunwald-Nonte für das mal wieder empathisch und lebendig moderierte Gespräch.

Nächste Veranstaltungen

Keine Veranstaltung gefunden

Folgen Sie uns auf Facebook!

Unsere Förderer & Partner

Weitere aktuelle Nachrichten lesen

Galerie

Adventsfenster vorm H&Ä-Café

Adventslieder, eine besinnliche Geschichte, kleine Impulse und ein Adventssegen für die trotz Corona-Einschränkungen und Regen erschienenen Gäste. Schön, dass Ihr gekommen seid! Das anschließende gesellige Beisammensein mit Glühwein musste leider aus bekannten Gründen ausfallen – im nächsten Jahr wird´s bestimmt wieder möglich sein. Bleibt alle gesund und eine gesegnete Adventszeit!

Weiterlesen »
Neuigkeiten

Bitte lassen Sie sich impfen

Bitte lassen Sie sich impfen. Gerne und eindringlich schließen wir uns dem Appell des IGL Bürgerportal-Teams an. Sie schützen nicht nur sich selbst; Impfen ist

Weiterlesen »