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»Was zum Leben taugt – Über die lustvolle Entfaltung des Guten« – Vortrag und Gedankenaustausch zum gleichnamigen Buch von Johannes Soth

Das Café war mit 27 Teilnehmer:innen sehr gut besucht.
Den anschaulich und fesselnd vorgetragenen Ausführungen von Johannes Soth folgte die Zuhörerschaft mit großer Aufmerksamkeit und Konzentration. Die aus dem Auditorium eingebrachten Fragen, Gedanken und Anmerkungen zeigten das große Interesse des Publikums und sorgten für bereichernde Anregungen. Auch nach fast 2-stündigem Vortrag konnte der Referent noch drei kleine Meditationseinheiten bei voller Konzentration der Gruppe anleiten. „Ein ganz besonderer Abend“, so eine Besucherin.

Durch die fachkundige Einführung von Dr. Henning Dörr fühlte man sich schnell mitten ins Thema hineinversetzt: Meister Eckhart mit seinem hohen Ziel, über die Ebene von Tugenden und Untugenden hinauszuwachsen, indem man sich im Seinsgrund verankert. Auf dem Weg dorthin ist es aber durchaus hilfreich, sich mit den Tugenden auseinanderzusetzen und sie einzuüben. Dies kann nach Eckhart aber nur aus der Haltung der Demut und durch ein Sich-selbst-Lassen geschehen. Dann wird – wie er sagt – »in guten Werken die lebensvolle Wahrheit mit ihrer lustvollen Gegenwart verspürt«.

Tugendarchitektur

Im Zentrum des Vortrags von Johannes Soth stand der interreligiöse Vergleich der klassischen christlichen Tugenden Liebe, Hoffnung, Glaube (der sogenannten theologischen Tugenden) und Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß (der Kardinaltugenden) mit den Hauptchakren des indischen Yoga.
Es zeigte sich, dass die Lehren über Tugenden und Chakren, obwohl sie in unterschiedlichen Erdteilen, Zeiten und Kulturen entwickelt worden sind, in vielfältiger Weise miteinander korrespondieren, Gemeinsamkeiten aufweisen bzw. sich gegenseitig ergänzen.

 

 

Die Chakren

Achtsamkeit und Demut bilden das Fundament der Tugendarchitektur. In der Ich-Du-Achse geht es auf der einen Seite vor allem um Selbstwahrnehmung und -erkenntnis und andererseits um Empathie als Voraussetzung zur Würdigung der Mitmenschen. Die Tugendethik wurde in einem großen Bogen dargestellt, der sich von Aischylos über Platon und Aristoteles bis zu Thomas von Aquin spannt.

Die Ur-Tugend der Liebe und das Kronenchakra kommen zusammen in der Allverbundenheit, der universalen Ebene der Liebe. Die Tugend des Maßes und das Wurzelchakra sind verbunden in der Aufgabe, mit Besonnenheit die Lebensgrundlagen und das Triebleben zu ordnen. Die sieben Tugenden und die sieben Chakren integrieren sich in der Mitte des Menschen, im Herzchakra, der personalen Ebene der Liebe: Die Klugheit erweitert sich zur Herzensweisheit.

Erschienen im August 2025; 264 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen

Einer der Schwerpunkte des Abends war die Bewusstwerdung der Einheit von Leib und Geist: Die Einübung der (Chakren-)Meditation und die Erarbeitung eines guten Meditationssitzes in rechter Haltung, Spannung und Atmung ist immer schon zugleich ein geistiges Exerzitium. Nach dem Vortrag wurden die Teilnehmer/Innen zu drei Atemmeditationen eingeladen, und zwar zum Kronenchakra, Wurzelchakra und Herzchakra.

Ein Fazit des Abends: Die Tugenden bilden in der Verbindung mit den Chakren eine organische Struktur und sind wie eine »Tugendarchitektur« in uns angelegt – bis in die fein-stoffliche Ebene des Leibes hinein.

Die Teilnehmenden folgten den Ausführungen sehr aufmerksam, ließen sich konzentriert auf die Übungen ein und sorgten schon im Laufe des Vortrags durch Nachfragen und Ergänzungen für bereichernde Anregungen. Zum Abschluss fand noch ein weiterer spannender Gedankenaustausch in einem kleineren Kreis statt.

Abbildungen: Tugendarchitektur und Die Chakren © Johannes Soth

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